Newsletter 2/ 2016

Kurzbericht des Umweltministeriums zum Klimaschutz

15 Millionen Tonnen weniger CO2-Ausstoß in Baden-Württemberg als 1990

 

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft hat den „Monitoring-Kurzbericht 2015“ zum Klimaschutz veröffentlicht. Seit dem Jahr 1990 ist der jährliche Treibhausgasausstoß im Land demnach um rund 15 Millionen Tonnen zurückgegangen. Um das Klimaschutzziel von minus 25 Prozent bis 2020 zu erreichen, müssen weitere 7,3 Millionen Tonnen eingespart werden. 

 

Mit dem jährlichen Bericht überprüft die Landesregierung, ob die eingeleiteten Maßnahmen zum Klimaschutz greifen und ob es gelingt, die Treibhausgasemissionen spürbar zu reduzieren. Der jetzt vorgelegte Bericht umfasst die Entwicklungen bis Ende 2014. Die Reduzierung um 15 Millionen Tonnen entspricht einem Rückgang um etwa 17 Prozent. Umweltminister Franz Untersteller: „Gut zwei Drittel der bis 2020 angestrebten Treibhausgasminderung haben wir geschafft. Das letzte Drittel erfordert noch einige Anstrengungen.“

 

Ursächlich für den deutlichen Rückgang um geschätzte 5,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (CO2Äq ) im Vergleich zum Vorjahr waren die milde Witterung im Jahr 2014 sowie weniger Stromproduktion aus Steinkohle. Mit den CO2-Äquivalenten abgedeckt sind alle Treibhausgase, wobei Kohlenstoffdioxid rund 99 Prozent des Treibhausgasausstoßes ausmacht. Die allein durch die Strom- und Wärmeproduktion sowie im Verkehr verursachten Treibhausgasemissionen sind 2014 folgerichtig ebenfalls deutlich zurückgegangen und zwar um 5,6 Millionen Tonnen CO2ÄQ auf jetzt 64,9 Millionen Tonnen. Temperaturbereinigt, das heißt die Effekte der milden Witterung heraus gerechnet, sinkt der Wert jedoch nur auf 67,2 Millionen Tonnen und liegt damit oberhalb der Zielmarke für 2014.

 

„Ein Schlüssel zur Treibhausgasreduktion ist, weniger Energie zu verbrauchen und CO2-freie oder CO2-arme Energieträger zu nutzen“, erklärte Umweltminister Franz Untersteller. Instrumente, die dazu beitragen, müssen wir noch stärker nutzen als bisher. Dazu gehört der Ausbau der erneuerbaren Energien, dazu gehören moderne Mobilitätskonzepte und regenerative Kraftstoffe, dazu gehört aber auch eine Nachbesserung beim europäischen Emissionshandel. Solange es so billig ist CO2 zu emittieren, solange wird es zu wenig Investitionen in den Klimaschutz geben.“ 


Förderaufruf: Klimaschutz mit System

Förderung kommunaler Ideen mit Modellcharakter

Gemeinden und Landkreise können ihr Vorhaben noch bis zum 6. Mai vorschlagen

 

Gute Ideen, den Klimaschutz in kommunale Prozesse einzubinden, gibt es viele. Das baden-württembergische Umweltministerium unterstützt seit 2014 investive und nicht investive Vorhaben, die die Sache systematisch angehen. Bis zu 70 Prozent Förderung sind möglich. 

 

Zahlreiche Gemeinden und Landkreise in Baden-Württemberg engagieren sich mittlerweile im Klimaschutz. Mit dem Förderprogramm „Klimaschutz mit System“ unterstützt das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft auch 2016 wieder diejenigen, die ihren Beitrag in ein systematisches Grundgerüst einbinden. Das Programm richtet sich daher an Kommunen, die für ihre Ideen bereits eine konzeptionelle Basis erarbeitet haben. Dem eigentlichen Förderverfahren geht ein Teilnahmewettbewerb voraus, in dem die besten Ideen ausgewählt werden. Kommunen in Baden-Württemberg haben bis zum 6. Mai 2016 Zeit, um ihr Vorhaben zur Förderung vorzuschlagen. Die Auswahlentscheidung treffen nach der Sommerpause das Umweltministerium und eine Experten-Jury auf der Grundlage eines transparenten Kriterienkatalogs

  

Wer wird gefördert?

Angesprochen sind vorrangig Gemeinden, Landkreise und Zweckverbände sowie deren Eigenbetriebe und Eigengesellschaften (z. B. Stadtwerke). Vorhaben von Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und sonstigen juristischen Personen des privaten Rechts können gefördert werden, wenn sie aus einem kommunalen Klimaschutzkonzept abgeleitet sind und unter Einbeziehung einer kommunalen Stelle umgesetzt werden.

 

Was wird gefördert?

Gefördert werden Investitionen, die den Ausstoß von Treibhausgasen vermindern. Auch Beiträge, die das Bewusstsein für den kommunalen Klimaschutz stärken,  zu Verhaltensänderungen anregen oder CO₂-mindernde Investitionen Dritter im Bereich Klimaschutz und Energie unterstützen, stehen im Fokus.

 

Wie wird gefördert?

Für investive Vorhaben liegt der Regelfördersatz bei 50 Prozent. Nicht investive Vorhaben können bis zu 70 Förderung erhalten. Die zuwendungsfähigen Ausgaben müssen mindestens 200.000 Euro betragen. Im Einzelfall kann die Fördersumme auf bis zu drei Millionen Euro steigen. Für die zweite Auswahlrunde stehen einschließlich der Landesmittel voraussichtlich rund zehn Millionen Euro zur Verfügung, die auf etwa 20 Projekte verteilt werden sollen. Finanziert wird das Programm aus Geldern des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), ergänzt durch Landesmittel.

  

Ihre KlimaschutzAgentur berät Sie dazu. Vereinbaren Sie einen Termin unter 07121 1432 571 


Erfüllungsoption fürs EWärmeG

Neun Millionen für energieeffiziente Wärmenetze

Zuschuss für Ausbau Erneuerbarer, Kraft-Wärme-Kopplung und Abwärmenutzung

 

Der Ausbau von Wärmenetzen könnte den Anteil erneuerbarer Wärme maßgeblich erhöhen. Voranbringen soll dies ein neues Förderprogramm der Landesregierung. Es stellt knapp neun Millionen Euro für die Errichtung und den Ausbau von Wärmenetzen, die Erstellung von Wärmeplänen und für entsprechende Beratungen zur Verfügung. 

 

Mit rund 50 Prozent hat der Wärmemarkt den größten Anteil am Endenergieverbrauch. Das Sparpotenzial ist somit riesig. Neben der Reduzierung des Wärmebedarfes von Gebäuden kommt auch dem Ausbau des Anteils erneuerbarer Energien eine maßgebliche Rolle zu. Um diesen voranzubringen und die hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung sowie die Abwärme besser zu nutzen, fördert die Landesregierung nun den Ausbau energieeffizienter Wärmenetze. Die Förderung kann mit Zuschüssen aus Programmen der Kommunalrichtlinie der Bundesregierung gekoppelt werden.

 

Das Programm umfasst drei Förderbausteine:

 

1.    Kommunale Wärmepläne

Hier werden in der Kommunalrichtlinie des Bundes ausgelobte Klimaschutzteilkonzepte mit Schwerpunkt auf integrierter Wärmenutzung und gegebenenfalls zusätzlich auf erneuerbaren Energien gefördert. Durch die zur Bundesförderung addierte Förderung des Landes kann insgesamt ein Zuschuss von bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten erreicht werden.

 

2.    Beratungsinitiativen

Gefördert wird der Aufbau von Beratungs- und Netzwerkinitiativen in den zwölf Regionen des Landes. Die Anlaufstellen sollen sowohl fachlich-konzeptionell als auch öffentlichkeitswirksam arbeiten. Bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten werden für eine Laufzeit von drei Jahren mit bis zu 30.000 Euro pro Jahr bezuschusst.

 

3.    Investitionen in Wärmenetze

Antragsberechtigt sind Investoren, die energieeffiziente Wärmenetze errichten oder erweitern. Angesprochen sind hier – neben anderen – sowohl Kommunen als auch Unternehmen. Der Zuschuss der Landesregierung liegt bei maximal 200.000 Euro, Durch die Inanspruchnahme von Boni, beispielsweise für den Einsatz von Solarthermie, kann der Betrag auf bis zu 400.000 Euro steigen.Das Programm kann zudem mit anderen öffentlichen Fördermitteln kumuliert werden. 


Bis zu 200.000 Euro Zuschuss für Modernisierung von Nichtwohngebäuden

Klimaschutz-Plus: Jetzt Anträge stellen

Mehr Optionen für Förderbonus / Antragsfrist endet am 29. September 

 

Der Fördertopf für Nichtwohngebäude ist wieder gefüllt: Bis zu 20 Prozent der förderfähigen Investition einer energetischen Sanierung übernimmt das Land im Programm Klimaschutz-Plus. Wer einen Klimaschutzmanager anstellt oder die regionale Energieagentur fördert, kann noch aufstocken. 

 

Das baden-württembergische Umweltministerium unterstützt mit dem Förderprogramm wie gehabt investive Maßnahmen mit 50 Euro pro vermiedener Tonne CO2. Die Art der förderfähigen Maßnahmen hat sich gegenüber 2015 leicht verändert, die Auswahl an Boni ist gestiegen. Als absoluter Höchstbetrag gilt die Fördergrenze von 200.000 Euro pro Gebäude. Einen Antrag stellen können Kommunen, deren Unternehmen und Stiftungen sowie weitere Antragsberechtigte.

Das Förderprogramm für Nichtwohngebäude wurde auf zwei Säulen verschlankt: das CO2-Minderungsprogramm sowie das Struktur-, Qualifizierungs- und Informationsprogramm:

 

Im CO2-Minderungsprogramm gibt es ab sofort Zuschüsse für die Erneuerung der Heizungsanlage, die Verbesserung des baulichen Wärmeschutzes, die Sanierung von Beleuchtungsanlagen sowie von Lüftungs- und Kälteerzeugungsanlagen. In Kombination mit einer der beiden erstgenannten Maßnahmen wird auch der Einsatz einer Holzpellet- oder einer Hackschnitzelheizung, einer Wärmepumpenanlage oder einer Solarthermieanlage honoriert. Nicht mehr förderfähig sind die Installation einer Einzelraumregelung, die Errichtung von Blockheizkraftwerken (BHKW) und der Anschluss an ein Wärmenetz. Bei letzterem greift gegebenenfalls das neue Förderprogramm des Landes für energieeffiziente Wärmenetze (VwV).

 

Einen Bonus von jeweils fünf Prozent können Städte und Gemeinden sich beispielsweise verdienen, wenn Sie am European Energy Award (eea) teilnehmen, 2015 beim Wettbewerb „Leitstern Energieeffizienz“ dabei waren, eine Zertifizierung nach DIN EN ISO 50001 besitzen, einen Klimaschutzmanager beschäftigen oder ihre regionale Energieagentur finanziell unterstützen. Maximal 20 Prozent Aufschlag auf den ermittelten Förderbetrag dürfen es werden – falls die Obergrenze von 200.000 Euro damit nicht überschritten wird.

 

Im Struktur-, Qualifizierungs- und Informationsprogramm gibt es nun zehn Förderangebote. Dazu gehören:

·         Die Teilnahme am eea, die pauschal mit 10.000 Euro gefördert wird; 1.500 Euro gibt es für den eea in Gold.

·         Der Einsatz des Bilanzierungstools BICO2BW für kleinere Städte und Gemeinden ohne Klimaschutzkonzept (bis zu 50 Prozent Förderung)

·         Die Einführung eines systematischen Energiemanagements (bis zu 50 Prozent Förderung)

·         Eine detaillierte Energieberatung für Krankenhäuser und Heime (bis zu 50 Prozent Förderung)

·         Durchführung von Schulprojekten, vor allem durch regionale Energieagenturen (Festbetragsförderung)

 

Fristen: Anträge im CO2-Minderungsprogramm werden – sofern die Mittel reichen – bis zum 29. September 2016 entgegengenommen. Das gilt auch für die Teilnahme am Wettbewerb Leitstern Energieeffizienz. Im Struktur-, Qualifizierungs- und Informationsprogramm läuft die Antragsfrist bis zum 30. November 2016.

 

 

Weitere Informationen: Webseite Umweltministerium

 


Weitere News

Nachhaltigkeitstage 2016: Einkauf ohne Plastik und Speisen ohne Reste

HeldeN!-Box und HeldeN!-Tütle kostenlos im Aktionspaket

 

Papiertüten für Wochenmärkte, Schulen, Erzeuger; kompostierbare „Doggy-Bags“ für Kantinen und Restaurants: Wer bei den Nachhaltigkeitstagen am 3. und 4. Juni 2016 mitmacht, bekommt sie kostenlos. Plastiktüten sind out und Essensreste wertvoll. 

 

HeldeN!-Box gegen Lebensmittelverschwendung

 

In Restaurants, Großküchen und beim Veranstaltungs-Catering wird sehr viel Essen weggeworfen. Allein in Deutschland sind es pro Gast rund 24 Kilogramm im Jahr. Anderswo ist das Einpacken von übrig gebliebenem Essen im Lokal vollkommen normal, etwa in den USA mit dem „Doggy-Bag“. Auch bei uns sollte das niemand peinlich finden, denn das Essen ist bezahlt und wer es mitnimmt, handelt im Sinne des Klimaschutzes. Mit der „HeldeN!-Box restlos GenießeN!“ will die Initiative N!achhaltig handeln ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen.

 

In der zu 100 Prozent kompostierbaren Reste-Box können Gäste Speisereste einfach und bequem mit nach Hause nehmen. Sie ist mit einem speziellen Biokunststoff auf Wasserbasis beschichtet, außerdem kühlschrank- und mikrowellengeeignet. Die HeldeN!-Box-Aktion startet bei den N!-Tagen 2016. Die Schachteln sind besonders geeignet für Restaurants und Gaststätten, Catering-Betriebe, Kantinen- und Mensen, Cafés, Veranstalter mit Catering. Wer eine Aktion zum Thema Restlos genießeN! anmeldet, kann dazu ein kostenloses Aktionspaket bestellen, das 200 HeldeN!-Boxen beinhaltet. Zusätzliche Boxen können nachbestellt werden. Hintergrund- und Bestellinformationen finden Sie hier.

 

HeldeN!-Tütle für nachhaltigen Konsum

 

Das langlebige, mehrfach verwendbare HeldeN!-Tütle trägt frisch Gekauftes nach Hause. Wer Einkaufskorb oder Stoffbeutel nicht dabei hat, kann sich auf die stabile Papiertüte verlassen. Sie ist zudem nassfest und kann daher letztlich als kompostierbare Bioabfalltüte dienen. Als Botschafter der Nachhaltigkeit wird die Tragetasche klimaneutral produziert. Pro 1.000 produzierten Stück wird außerdem ein Baum gepflanzt.

 

Kommunen, die eine oder mehre Aktionen zu den Nachhaltigkeitstagen 2016 anmelden, können pro Aktion bis zu 500 Tüten kostenlos bestellen. Weitere erhalten sie bei der Geschäftsstelle der Nachhaltigkeitsstrategie gegen eine geringe Gebühr.  

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi):

·         Förderdatenbank
Mit der Förderdatenbank des Bundes im Internet gibt die Bundesregierung einen umfassenden und aktuellen Überblick über die Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union. Das Fördergeschehen wird unabhängig von der Förderebene oder dem Fördergeber nach einheitlichen Kriterien und in einer konsistenten Darstellung zusammengefasst. Dabei werden auch die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Programmen aufgezeigt, die für eine effiziente Nutzung der staatlichen Förderung von Bedeutung sind.
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Umweltministerium Baden-Württemberg:

·         „So kommt der Wind in die Steckdose“ (Plakat DIN A1)
Die Energiewende ist ein Generationen übergreifendes Projekt. Ausstieg aus den fossilen Energien, Atomausstieg, Ausbau der erneuerbaren Energien und neues Bewusstsein in der Verwendung von Energie sind die zentralen Themen der Energiewende. Speziell für Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klasse hat das Umweltministerium ein großes Energiewende-Plakat entwickelt, das auf einen Blick alle wichtigen erneuerbaren Energieformen anschaulich darstellt und erklärt. Im großzügigen DIN A1-Format eignet sich das Plakat als Aushang im Klassenzimmer, im Unterricht an der Tafel oder auch als Material für jede einzelne Schülerin und jeden einzelnen Schüler.
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·         Wanderausstellungen
Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft verleiht kostenlos Wanderausstellungen für regionale Aktionen von Kommunen, Agenden, Energieberatungszentren oder Unternehmen. Die Ausstellungen thematisieren verschiedene Aspekte der Bereiche Umwelt, Klima und Energie.
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Umweltbundesamt (UBA):

 

·         Evaluation zählt. Ein Anwendungshandbuch für die kommunale Verkehrsplanung.
Was bringt eigentlich die Einführung eines Fahrradverleihsystems? Wie viele neue Fahrgäste für den öffentlichen Verkehr werden durch eine Marketingkampagne gewonnen? Dieses Handbuch liefert das nötige Wissen, um die Wirkungen kommunaler Maßnahmen im Verkehr zu evaluieren. Modell stand das englischsprachige Handbuch „Evaluation Matters“, das von der Technischen Universität Berlin und einem Team des EU-Projekts CIVITAS MIMOSA erarbeitet wurde. Das Umweltbundesamt hat das Buch ins Deutsche übertragen, umfassend überarbeitet und mit Beispielen ergänzt, die für die Praxis deutscher Kommunen hilfreich sind.
zum Handbuch (Download)